STILLES BEBEN
Sprecher*in: Christiane Ostermayer und Stefan Wiefel
Pianistin: Yun Qi Wong
Diese musikalische Lesung beschäftigt sich mit der Erzählung „Seide“ von Alessandro
Barrico. Wir haben die Erzählung so gekürzt, dass das Programm ca. eine Stunde dauert.
Der zauberhafte, poetische Charakter dieser besonderen Liebesgeschichte bleibt dabei
erhalten, konterkariert von und verwoben mit ausgesuchten Musikstücken von Ligeti, Ravel,
Debussy, Glass, Schumann, Albeníz und eigenen Improvisationen am und im Flügel.
Ein Mann aus Frankreich reist in Geschäften nach Japan. Neben den begehrten
Seidenraupeneiern, die ihn reich machen, findet er auch ein Augenpaar. Das ihn nicht mehr
loslässt. Viele Male reist er in das unbekannte Land, taucht ein in die Faszination des
Unvertrauten und in das Mysterium der Liebe. Reist auch in seine Innenwelten, in seine
Phantasien und entdeckt, dass die Liebe vielfarbig und unbegreiflich ist.
Eine Reise in ein unbekanntes Land.
In das Mysterium der Liebe.
Die Faszination des Unvertrauten.
Des Schweigens.
Der Sehnsucht.
Die Sehnsucht nach einem unergründlichen Augenpaar.
Der Frieden des Vertrauten.
Die Phantasie.
Die Liebe gebiert sich selbst, leicht, sanft und wehend wie ein Seidentuch.
In der Stille
entfaltet sie ihre selbstvergessene Macht.
Künstlervitae
YUN QI WONG, KLAVIER
ist als freischaffende Liedpianistin, Kammermusikerin und Konzertpianistin aktiv und arbeitet eng mit Sprechern, Dichtern, bildenden Künstlern sowie Komponisten zusammen. Sie trat u.a. beim Schleswig-Holstein Musik Festival, Siegfried Matthus Symposium, bei den Max-Reger-Tagen, in der Philharmonie Essen, Staatsoper Hannover, im Tempe Center of the Arts in Arizona (USA) und Esplanade Recital Studio/Concert Hall (Singapur) auf. Darüber hinaus ist Yun Qi regelmäßig als Korrepetitorin bei Wettbewerben und Meisterkursen wie z.B. dem Deutschen Musikwettbewerb, Jugend Musiziert und Forum Artium aktiv. 2010-2020 war sie als Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover tätig.
Eine besondere Herzensangelegenheit für Yun Qi Wong ist die zeitgenössische Musik, und so führte sie namhafte Projekte mit Komponisten wie Walter Zimmermann und Benjamin Yusupov sowie mit den SYC Ensemble Singers aus. Es wurden für sie Solo- und Kammermusikstücke komponiert von u.a Snezana Nesic, Americ Goh und Felix Leuschner.
Yun Qi Wong wurde von der Steinway Gallery Singapore gefördert und war Stipendiatin des Nationalen Musikrates in Singapur, der Justus-Hermann-Wetzel Stiftung, der Bayreuth Stiftung des Richard-Wagner-Verbandes Hannover e.V. sowie des NEUSTART KULTUR Zukunftprogramms. Den ersten Preis für Kammermusik gewann Yun Qi 2009 beim 11. Deutschen Akkordeon Musikpreis.
Yun Qi Wong schloss an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowohl ihr Diplom bei Beatrice Berthold als auch ihr Master of Music in Liedgestaltung bei Jan Philip Schulze ab.
Wichtige Impulse im Bereich historischer Aufführungspraxis bekam sie von Zvi Meniker und Jürgen Schrappe, im Bereich Korrepetition von Martin Brauß, und im Rahmen Sprecherziehung von Onno Grohmann. Weitere Anregungen erhielt sie durch Meisterkurse bei u.a. Christoph Eschenbach, Axel Bauni, Alexej Lubimov und dem Hyperion Trio.
2021 veröffentlichte Yun Qi ihre Liedduo-Debut-CD „TABUMATOR“ mit Ersteinspielungen beim Label Ars Vobiscum.
CHRISTIANE OSTERMAYER, SPRECHERIN
Nach ihrem Musik-Abitur in München ging Christiane Ostermayer nach Wien und studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar. Bereits während des Studiums spielte sie u.a. am Volkstheater Wien, bei den Salzburger Festspielen und hatte die ersten Filmverträge. Sie schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab und wurde ans Staatstheater Hannover engagiert, wo sie lange Jahre zum Schauspielensemble gehörte.
Seit 1995 ist sie ständig freischaffend tätig und auf diversen deutschsprachigen Bühnen unterwegs (u.a. weiterhin am Schauspielhaus Hannover, Staatstheater Braunschweig, Hamburg, Konstanz, Staatstheater Mainz, Volkstheater Wien, Staatsoper Hannover, Staatsoper Stuttgart, Staatstheater Oldenburg, theaterformen Braunschweig, Staatstheater Kassel) sowie für Film, Funk und Fernsehen.
Sie ist verheiratet mit dem Saxophonisten und Musikproduzenten YORK, mit dem sie 2011 das Projekt PHONOLYRICS gründete, einer Verschmelzung von Prosa und Lyrik mit groovigen Soul-Jazz-Sounds.
Seit 2005 arbeitet sie als Dozentin an der Schauspielschule TASK Hamburg-Hannover. Ab dem Sommersemester 2015 hat sie einen Lehrauftrag für Bühnenpräsenz an der HMTM Hannover.
STEFAN WIEFEL, SPRECHER
wurde am 02.04.1962 in Opladen bei Köln geboren. Neben seinem Gesangsstudium wirkte er von 1982-1986 in vielen Produktionen als Schauspieler in Köln mit. 1987-1990 folgte seine Ausbildung zum Sprecherzieher an der Schule für Atmung und Stimme nach Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf.
Nach der Ausbildung führte ihn sein erstes Engagement als Sprecherzieher mit Spielverpflichtung 1990 ans Stadttheater Dortmund. Hier begleitete er zahlreiche Produktionen als Sprecherzieher und spielte als Schauspieler in diversen Produktionen.
1992 folgte seine Anstellung als hauptamtlicher Sprecherzieher an der Otto-Falckenberg- Schule der Stadt München (Münchner Kammerspiele). 1992 kam Stefan Wiefel einer Einladung des Goethe Instituts nach Pakistan nach, um dort Theaterseminare in Lahore und Karachi zu leiten.
1994-96 war er dann stellvertretender Leiter der neu gegründeten, staatlichen Bayerischen Theaterakademie August-Everding in München, und baute dort den Fachbereich Stimmbildung und Sprecherziehung personell und inhaltlich auf. 1996 arbeitete er, wieder auf Einladung des Goethe-Instituts, an der „School of Performing Arts“ in Accra, Ghana und beteiligte sich am Aufbau der dort neu gegründeten Theaterabteilung.
1996 erfolgte dann seine Erstberufung zum Professor für Sprecherziehung an der Folkwang - Hochschule Essen. Neben der Tätigkeit an der Folkwanghochschule arbeitete Stefan Wiefel als Coach für den Film, für Fernsehserien und mit Moderatoren des WDR.
2001 nahm Stefan Wiefel dann den Ruf an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover im Fachbereich Sprecherziehung an. Er steht seitdem kontinuierlich mit eigenen Programmen von Eichendorff über Kurt Schwitters bis zu Thomas Bernhard auf den Bühnen der Region. Daneben entwickelt er regelmäßig szenisch-musikalische Projekte u.a. mit dem Ensemble Musica Assoluta, dem Knabenchor Hannover, dem Norddeutschen Figuralchor, dem Mädchenchor Hannover, für das Sprengel Museum Hannover, und regelmäßig für das Literaturfest Niedersachsen und die Niedersächsischen Musiktage.
